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„Jugend schreibt“ – Zeitungsprojekt der TGTM

In diesem Schuljahr endete das Projekt „Jugend schreibt“ der F.A.Z.

30 Schülern des TG stand die überregionale „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ als Printausgabe und E-Paper zur Verfügung. Das kostenfreie Abonnement über 12 Monate lieferte die Grundlage für die Arbeit im Deutschunterricht der Projektlehrerin Daniela Allin.

Die Jugendlichen übten sich im selektiven Lesen, lernten den Aufbau einer Tageszeitung und die journalistischen Darstellungsformen kennen. Sie verglichen Tages- und Wochenzeitungen (F.A.Z., RNZ, FN, „ZEIT“) und diskutierten die Entwicklung des Mediums Zeitung sowie Sinn und Zweck in der heutigen Zeit mit ihren digitalen Alternativen. Ihre Erkenntnisse konnten sie auch in einem kleinen Foto-Workshop umsetzen. Darüber hinaus beschäftigten sie sich mit dem Berufsbild des Journalisten und juristischen Aspekten. Erste eigene journalistische Erfahrungen sammelten die Schüler beim Recherchieren zu selbst gewählten Themen, bei verschiedenen Interviews sowie dem Schreiben eigener Momentaufnahmen, Porträts, Reportagen, Features und deren Mischformen. Dabei entstanden informative und unterhaltsame Texte zu Themen in unserer Region.

Einer Schülerin, Marie-Madeleine Kehl, gelang es, mit ihrem Artikel über das Hospiz in Walldürn, den hohen Ansprüchen der überregionalen Zeitung zu genügen. Ihr Artikel wurde am 08. Mai 2018 veröffentlicht und erreichte damit über 1 Million Leser.

Marie-Madeleine Kehl: „Dem Tag mehr Leben geben“

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jugend-schreibt/hospizdienst-15566422.html

 

Hospizdienst : Dem Tag mehr Leben geben

von Marie-Madeleine Kehl , Zentralgewerbeschule Buchen

Im Hospiz eines Wallfahrtsorts im Odenwald wird viel getröstet, aber auch gelacht. Eine ehrenamtliche Helferin berichtet über ihre ganz besondere Arbeit.

In einem ruhigen Wohngebiet am Waldrand des Wallfahrtsorts Walldürn im Odenwald steht ein großes, modernes Gebäude. Mit den vielen kleinen Terrassen, einer gepflegten Außenanlage, einem großen Eingangsbereich mit Schiebetüren wirkt es wie ein Hotel. Erst die Aufschrift „Odenwald Hospiz“ verrät, worum es sich wirklich handelt. Von innen ist es freundlich und hell. Nur die weißen Hosen der Pflegerinnen erwecken den Anschein von Krankenhaus. Neben ihnen arbeiten hier zahlreiche weitere Angestellte wie Palliativmediziner, Verwaltungskräfte und Hauswirtschaftskräfte, unterstützt von Hausärzten und freiwilligen Helfern. Eine dieser ehrenamtlichen Mitarbeiter ist Christa Greulich. Sie ist seit der Eröffnung des Hospizes im September 2014 dabei. „Ich wurde angesprochen, ob ich Interesse hätte zu helfen, da ich bekannt für mein freiwilliges Engagement in anderen Pflegeeinrichtungen war“, sagt die 73-Jährige.

Sie schiebt Dinge nicht mehr auf

Wöchentlich verbringt sie bis zu zehn Stunden dort. Sie spricht viel mit den Betroffenen, legt aber auch mal die Wäsche zusammen oder hilft in der Küche. „Aus den Gesprächen mit den Gästen kann ich viel mitnehmen. Es sind oft wertvolle Gespräche, die mir im Kopf bleiben. Ich lebe seitdem viel bewusster und schiebe viele Dinge nicht mehr auf.“ So hat sie nach einem Gespräch mit einem Gast über die Gestaltung der Beerdigung sofort begonnen, einen Ordner mit ihren Wünschen anzulegen. Denn die Dame hatte nicht mehr die Chance, diese Wünsche ihren Angehörigen mitzuteilen, und Christa Greulich will nicht, dass es ihr genauso ergeht. Die freiwilligen Helfer beziehen ihr Wissen aus Erfahrung und einem Kurs zur Sterbebegleitung. In der Frühstückspause sitzen Angestellte zusammen mit Gästen, so nennt man die Patienten dort, die aus dem Zimmer können und wollen.

Beistellbetten für Angehörige

Es wird gelacht und erzählt. In der Küche hängt ein großer Plan. Jeder Gast kann angeben, was er gerne isst. Täglich wird frisch gekocht. Eine Dame hat keine Lust auf das Essen. Auf Wunsch wird ihr sofort ein frisch gemachter Pfannkuchen serviert. Denn das Motto lautet: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern dem Tag mehr Leben.“ So gibt es auch Zimmer und Beistellbetten für Angehörige, einen Raum der Stille zur Meditation, ein Wohnzimmer und eine Gartenanlage, die einladen, Zeit dort zu verbringen. Hospiz ist das lateinische Wort für Herberge. Solche Herbergen für die letzten Tage gibt es noch rund 240 weitere in Deutschland. Erst seit der Jahrtausendwende stieg die Zahl an stationären und ambulanten Hospizeinrichtungen. Ohne freiwillige Helfer und Spenden wäre das nicht möglich. Rund 95 Prozent der Kosten werden von den Krankenkassen bezahlt. Die restlichen fünf Prozent werden durch Spenden aufgebracht. Die Gäste selbst müssen nichts zahlen. Denn dies soll für alle Menschen möglich sein.

Im Moment ist er glücklich

Deshalb organisiert Christa Greulich kulturelle Veranstaltungen wie Kirchenkonzerte, Lesungen und Flohmärkte, deren Erlös dem Hospiz zugutekommt. Der Mann der ehemaligen Verwaltungsangestellten ist Vorsitzender des Fördervereins. „Wenn er mich nicht unterstützen würde, wäre das gar nicht machbar.“ Als ein Gast im Rollstuhl einen Spaziergang machen möchte, kümmert sich Greulich darum. Sie zieht den Mann an und dreht mit ihm eine kleine Runde im nahe gelegenen Wohngebiet. Die Sonne scheint. Der Mann im Rollstuhl kann wegen seiner Krankheit nicht mehr richtig reden, lächelt aber. Er weiß zwar nicht, wie lange er noch zu leben hat, aber man sieht ihm an, dass er sich wohl fühlt und im Moment glücklich ist. Der Tod ist immer präsent. Doch die Angehörigen und Gäste bekommen bei allem Unterstützung. Vor dem Tod kann auf Wunsch und je nach Religion noch eine letzte Salbung stattfinden. Nachdem ein Mensch gestorben ist, werden Räucherpapierstreifen angezündet, um das Zimmer für den neuen Gast zu bereiten.

Sie wollte ihn noch einmal tanzen sehen

Auch die Angehörigen werden nicht alleingelassen. Die freiwilligen Helfer und speziell dafür ausgebildete Pflegerinnen kümmern sich um sie, führen Gespräche und lenken sie auch ab. „Nein, ich habe keine Angst vor dem Tod“, sagt Christa Greulich, fügt aber hinzu, dass sie auch nicht weiß, wie es dann einmal sein wird. Besonders beeindruckend war für sie ein Erlebnis mit einer älteren Frau. Im Hospiz war ein Pianist zu Besuch. Gäste dürfen Musikwünsche äußern. Diese Frau wünscht sich einen Walzer und bittet Christa Greulich mit ihrem Mann, diesen Walzer zu tanzen. Nach dem Tanz sagt die Frau, sie wollte ihren Mann noch einmal tanzen sehen, da sie oft zusammen tanzen waren. „Ich war so gerührt, dass ich Tränen in den Augen hatte.“