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ZGB-Azubis absolvierten dreiwöchiges Betriebspraktikum in Zentralfrankreich

Empfang der Stadt St. Etienne

Nachdem im Herbst französische Berufsschüler vier Wochen in Ausbildungsbetrieben im Neckar-Odenwald-Kreis zu Besuch waren (wir berichteten), erfolgte in den drei Wochen vor Pfingsten nun der Gegenbesuch. Die Austauschmaßnahme zwischen der Zentralgewerbeschule Buchen und dem Centre Scolaire La Salle in Saint-Etienne wird aus Mitteln von ProTandem — Deutsch-Französische Agentur für den Austausch in der beruflichen Bildung (ttps://protandem.org) gefördert und fand in diesem Schuljahr erstmals statt.

Übermüdet, aber zufrieden kamen die Berufsschüler mit ihrem Lehrer am frühen Morgen des 29. Aprils in Saint-Etienne an. Die lange Nacht im Fernbus steckte allen noch in den Knochen, die Freude und Neugier über das, was auf sie zukommen würde, überwog jedoch.

Seit der Abreise ihrer französischen Partner im November hatten sie sich, zusätzlich zur Arbeit im Betrieb, der Berufsschule und dem ersten Teil der Berufsschulabschlussprüfung, wöchentlich zum Französischkurs getroffen, Vokabeln und Grammatik gelernt.

Drei Wochen voller neuer und spannender Erfahrungen lagen vor den jungen Leuten. Beim Empfang durch die Stadt Saint-Etienne (170 000 Einwohner), lobte Pascal Rousset, ehemaliger Leiter der örtlichen Ingenieurhochschule und verantwortlicher Gemeinderat für Jugend und Bildung, den Mut der jungen Leute: „Sie nehmen Ihr Leben selbst in die Hand, als verantwortungsvoller Teil der Gesellschaft. Im Zusammenwirken zwischen Betrieben, Bildungseinrichtungen und Auszubildenden entsteht ein System, das langfristig allen drei Seiten zum Vorteil gereicht. Dies ist nur möglich, wenn alle sich mit großem Engagement einbringen, so wie Sie und die aufnehmenden Betriebe bei dieser Austauschmaßnahme.

Das deutsche duale Ausbildungssystem wird bei uns als vorbildhaft angesehen. Ähnliches soll in den nächsten Jahren bei uns entstehen.“

Neben den Empfängen bei der Gemeinde und in der Schule hatten die französischen Partner ein reichhaltiges Freizeit-und Kulturprogramm für die Wochenende und Feiertage zusammengestellt.

„Das ist schon toll, dass uns das alles hier ermöglicht wird,“ äußerte sich Marius (Werkzeugmechaniker Fa. Braun, Walldürn): „Wir können in einer großen Stadt im Ausland drei Wochen wohnen und arbeiten, lernen für die Ausbildung und fürs Leben jede Menge und unsere Betriebe unterstützen uns auch noch dabei! Durch den Zuschuss von ProTandem haben wir fast keine Kosten und das Essen in der Betriebskantine und in der Unterkunft war super. Die Kollegen im Betrieb sind echt nett, auch wenn wir oft mit Händen und Füßen kommunizieren. Das klappt überraschend gut. Viele sprechen aber auch Englisch, oder etwas deutsch und wir etwas französisch. Irgendwie hat es jedes Mal geklappt. Wenn klar ist, was man tun soll, braucht es oft keine großen Worte, oder die Kollegen machen einfach vor, was zu tun ist. Wir haben viel gelacht bei der Arbeit. Ich kann das mit dem Azubi-Austausch nur jedem empfehlen!“

Philip (Betriebselektroniker bei Fa. Braun Walldürn) bekam sehr positive Rückmeldungen angesichts seines guten Ausbildungsstandes: „Wir bekamen nach der Sicherheitsunterweisung einen Plan zum Verdrahten. Als wir nach kurzer Zeit fertig waren und unser Arbeitsergebnis vorgezeigt haben, war der Chef total begeistert von unserer Arbeit und hat uns schwierigere Tätigkeiten übertragen. So durften wir selbständig an einem Schaltschrank arbeiten, in dem die zentrale Steuerung für eine Asphaltiermaschine für den Straßenbau zu installieren war. Die Ausbildung in der Ausbildungswerkstatt und in der ZGB haben uns echt fit auch für solche Aufgaben gemacht.“

Neben dem Rückenwind durch so viel Lob konnten die Azubis jedoch auch viele neue Erfahrungen sammeln. Fabian (Betriebselektroniker Fa. Braun, Walldürn), begeisterter Bodybuilder, war nicht nur froh, dass er während des Austausches sein anspruchsvolles Training weiterführen konnte: „Die allermeisten Leute sind echt nett hier: Da gibt es den Typen im Fitnessstudio, der mich kostenlos trainieren lässt, weil er keine Monatskarten anbieten kann. Oder die Kollegen, die uns freitags immer in die Innenstadt zum Feiern mit ihren Freunden mitgenommen haben. Aber auch fachlich konnten wir einiges lernen! Hier werden die Installationspläne etwas anders gemacht als bei uns, das System ist gar nicht so schlecht.“

Nicht alle konnten einen Praktikumsplatz erhalten, der genau zu ihrem Ausbildungsberuf passte. Als Nachteil sahen das die betroffenen Azubis jedoch nicht an. Moritz, der als angehender Elektroniker bei Eaton in Eberbach mit der Fertigung explosionsgeschützter Schaltschränke betraut ist, kam bei einem Oberflächenveredler unter: „In der Elektroinstandhaltung konnte ich mich hier gut einbringen. Was anfiel wurde getan: von der Mithilfe in der Produktion, über die Kalibrierung von Plasmadüsen habe ich echt viel zu sehen und zu tun bekommen. Außerdem arbeitet die Firma für die Formel 1 und deutsche Premiummarken, das war echt interessant.“

Marcel (Produktdesigner) äußerte sich ähnlich: „Bei Mosca in Schöllbrunn designe ich Verpackungsmaschinen. Hier ging es um Kunststoffbehälter aller Art, gewisse Überschneidungen gab es da schon. Weil mein Praktikumsbetrieb zu einem deutschen Mutterkonzern gehört, wurde ich auch zum Übersetzen vom Deutschen ins Englische eingesetzt: Wie beim technischen Zeichnen ging es auch hier darum, technische Vorgänge zu verstehen und umzusetzen, damit andere damit weiterarbeiten können. Das hat meinen Horizont echt erweitert. Gut, dass wir technisches Englisch in der Schule haben.“

Schulleiter Konrad Trabold zeigte sich begeistert von den positiven Berichten der Auszubildenden nach den Pfingstferien: „Der Mut, Neues zu wagen, hat sich also gelohnt! Die Erfahrungen, die Ihr in Saint Etienne gesammelt habt, werden euch euer ganzes Leben lang begleiten und eure Zukunft beruflich und privat sicherlich an der ein oder anderen Stelle bereichern. Ich hoffe, dass auch im kommenden Schuljahr wieder eine Gruppe von Auszubildenden, unterstützt von ihren Ausbildungsbetrieben zustande kommt.“ Ferner dankte er den verantwortlichen Lehrern Christoph Kleiser und Uwe Pfeiffer für ihr großartiges Engagement bei diesem Pilotprojekt.