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Erste Preise bei Jugend forscht für Schüler des BGB und der ZGB

Jugend forschtBeim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ wurden Beiträge von Schülern des Burghardt-Gymnasiums und der Zentralgewerbeschule mit ersten Preisen und der Weiterleitung zum Landeswettentscheid in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften ausgezeichnet. Dennis Häfner, Simon Schwab (BGB) und Kilian Leutner (ZGB) haben mehrere Wochen im vergangenen Jahr in ihre Forschungsarbeit investiert, die Ergebnisse dokumentiert und beim Regionalentscheid letzte Woche in Künzelsau an einem Messestand der Jury überzeugend präsentiert.

Kilian Leutner konnte mit seinem Projekt „System zur 3D-Visualisierung historischer Welten“ drei seiner Interessensgebiete vereinigen: Römer und Limes, Programmierung und frei zugängliche Geodaten. Der Limbacher besucht seit seinem Abschluss auf der Abt-Bessel-Realschule das Technischen Gymnasium der ZGB, wo die Arbeit von Holger Repp, seinem Lehrer im Profilfach Informatik, betreut wurde. Kilians Ziel war es, ein System zur 3D-Visualisierung von Geoinformationen und 3D-Modellen historischer Welten zu entwickeln. Mit Hilfe dieser Umgebung erstellte er ein 3D-Modell des Odenwaldlimes. Die Datenbasis bildete dabei ein digitales Geländemodell sowie Geodaten zum Verlauf des Limes, die er aus historischen Quellen recherchiert hatte, sowie nach historischem Vorbild modellierte Artefakte (Wachtürme, Kastelle). Gräben und Wälle wurden von der Software in das 3D-Modell hineingerechnet. Die Visualisierung am Computer, Tablet oder im Browser ermöglicht, sich als Betrachter 2000 Jahre zurück zu versetzen und die Welt dreidimensional zu erleben. Benutzer können den Odenwald-Limes virtuell entlanggehen und seine Wirkung in der Landschaft, etwa bei verschiedenen Wetterbedingungen nachvollziehen. Das Modell kann somit zur Untersuchung geschichtlicher Fragestellungen eingesetzt werden. Beispielsweise können Sichtlinien des Limes bei verschiedenen Wetterbedingungen nachvollzogen werden.

Bei der Preisverleihung hob der Laudator Kilians beindruckenden Kenntnisse im Bereich Geoinformatik hervor. Der Umgang mit den Geodaten sowie die Recherche und der Einbezug der historischen Daten seien überzeugend. Zusätzlich erhielt Kilian einen von der Volksbank gestifteten Sonderpreis.

Das Projekt von Dennis Häfner und Simon Schwab vom BGB richtet sich dagegen in die Zukunft. Sie wollten durch Simulationen herausfinden, ob sich das Hochwasserereignis von Schollbrunn, das im Juni 2016 Schäden in Millionenhöhe verursacht hatte, in absehbarer Zeit wiederholen könnte und ob Schutzmaßnahmen für die Menschen vor Ort notwendig sind. Dennis und Simon, die seit der Grundschule befreundet sind, besuchen am Burghardt-Gymnasium seit der 6. Klasse die Geopark-AG und derzeit den Neigungskurs Geographie sowie den Basiskurs Naturwissenschaft und Technik. Die Mischung aus diesen Bereichen war die Grundlage für ihre methodisch vielfältige Arbeit, bei der sie geographische Informationssysteme, CAD und Programmierung zur statistischen Analyse von Wetterdaten des DWD neben Methoden der Feldforschung angewandt haben. Ihre Arbeit wurde von ihrer Geographielehrerin, Frau Führinger, betreut. Mit Hilfe der professionellen Software „KANAL++“ simulierten sie verschiedene Unwetter- und Überflutungsszenarios auf der Basis eines digitalen Geländemodells und des Kanalnetzes, wobei sie das Wiederkehrintervall und die Dauer der Niederschläge systematisch variierten. Um ein möglichst detailgetreues Ergebnis zu erhalten, bestimmten sie weitere Parameter, wie beispielsweise die Versickerungsrate durch Experimente. Das Ergebnis waren Karten und Abflusskennlinien von Schollbrunn, die die Überflutungsszenarien veranschaulichen. Simon und Dennis fanden heraus, dass ein Hochwasser wie 2016 sehr selten vorkommt, Schollbrunn jedoch je nach Intensität des Niederschlags, auch bei weniger starken Regenfällen Opfer von Hochwasserschäden werden könne. Zudem haben sie Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vorgeschlagen, auch weil in Anbetracht des Temperaturanstieges infolge des Klimawandels eine Zunahme der Intensität von Unwettern zu erwarten ist. Die Jury bescheinigte Simon und Dennis Akribie und hohe Fachkenntnis und zeigte sich beeindruckt vom Tiefenverständnis der komplexen Sachverhalte, der systematischen Betrachtung, dem kritischen Hinterfragen der Daten und den vorgestellten durchdachten Lösungsansätzen. Zusätzlich erhielten Dennis Häfner und Simon Schwab den Sonderpreis des Umweltministeriums Baden-Württemberg.

Die beiden Schulleiter Konrad Trabold (ZGB) und Jochen Schwab (BGB) zeigten sich erfreut, dass erfolgreiche Wettbewerbsteilnahme aus der Arbeit beider Schulen erwachsen sei. Sie beglückwünschten die Schüler und wünschten Ihnen viel Erfolg beim Landesentscheid. (J. Schwab)