
Man sagt den ländlichen Regionen Baden-Württembergs gerne nach die Heimat der stillen Champignons zu sein, dass hier also die verborgenen Weltmarktführer zu Hause seien. Als einen anderen stillen Champignon kann man mittlerweile auch die Zentralgewerbeschule Buchen (ZGB) bezeichnen, die sich in den vergangenen Wochen als eine der ersten Schulen des Landes zum zweiten Mal vom Landesinstitut für Schulentwicklung unter die Lupe nehmen ließ. Der Abschlussbericht bescheinigt der ZGB ein „zuverlässiger Partner für Schüler-, Lehrer- und Elternschaft, Ausbilder und andere Schulen“ zu sein, für den „Kundenzufriedenheit an oberster Stelle“ stehe. Auch sei der Unterricht wie auch das Qualitätsmanagement „auf der Höhe der Zeit“ und die Schule sei stets bemüht pragmatische und kreative Lösungen zu finden, die oftmals auch Modell für andere Schulen im Land seien. So kommen regelmäßig Schulen aus dem ganzen Land nach Buchen um sich an der ZGB Anregungen zu holen um ihre eigenen Schulorganisation zu verbessern. Auch das von einem Lehrer der Schule, Gebhard Herkert, entwickelte Schulinformationssystem (SIS) hat die Abläufe wesentlich verbessert. Mit dem System werden zum Beispiel Termine geplant und mit dem regulären Stundenplan abgeglichen. Daraus resultiert dann der im Internet veröffentlichte Vertretungsplan.
Um sich einen Einblick in die inneren Abläufe der Schule zu verschaffen, füllten zunächst rund 250 Schüler und alle Lehrer im Vorfeld eine Onlinebefragung aus. Zudem studierte die Gruppe des Landesinstituts Dokumente der Schule. In der eigentlichen Evaluationswoche Ende September folgten dann diverse Befragungen und Interviews mit dem Kollegium der ZGB und natürlich auch mit insgesamt 46 Schülern der Schule aus allen Schularten.
Insgesamt wurden bei der Bewertung vier Kategorien gebildet, die wiederum mehrfach unterteilt wurden. In den insgesamt zwölf Betrachtungsfeldern erhielt die Schule achtmal die bestmögliche Bewertung, das heißt „die Praxis ist exzellent“. Dieses Ergebnis ist umso bemerkenswerter, da die Vergabe von Exzellenzstufen in diesem Umfang an die Zentralgewerbeschule Buchen bei den bisher im Land untersuchten beruflichen Schulen wohl einmalig sein dürfte. Dadurch habe die Zentralgewerbeschule den „Maßstab für andere Schulen verschoben“, so der Schulleiter Dipl.-Ing. Wolfgang Seifert. Dieses Ergebnis sei nur dadurch zu erreichen gewesen, weil die Lehrer und die Schulleitung „an einem Strang“ gezogen haben.
Doch trotz der insgesamt hervorragenden Bewertung kommt das Evaluationsteam, das von Dipl.-Ing. Gerhard Nied von AZO GmbH + CoKG, dem „kritischen Freund der Schule“ unterstützt wurde, nicht umhin, der Schule weitere Vorschläge für eine noch bessere Entwicklung zu geben. Kurz gesagt sollen die bereits unternommenen Maßnahmen noch verstärkt und vertieft werden. Das Bestreben der Schule wird sein, diesen erreichten hohen Standard zu sichern und in bestimmten Bereichen weiter auszubauen.
Das erhaltene Zeugnis ist für die Zentralgewerbeschule jedoch nur ein Zwischenschritt bis zur nächsten Begutachtung der Schule.
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